Galerie

Seit Jahren habe ich ein Gedicht über meinem Schreibtisch hängen:

Heute habe ich nichts gemacht.
Aber viele Dinge geschahen in mir.

Vögel, die es nicht gibt,
fanden ihr Nest.
Schatten, die womöglich da sind,
erreichten ihre Körper.
Worte, die existieren,
erlangten ihre Stille wieder.

Nichts zu tun,
rettet manchmal das Gleichgewicht der Welt,
indem es erreicht, dass auch etwas Gewicht hat
auf der leeren Schale der Waage.

(von Roberto Juarroz, übersetzt von Tobias Burghardt)

Malen bedeutet für mich: Dinge geschehen in mir. Fröbel spricht (auf das Spiel der Kinder bezogen) davon, dass es einerseits darum geht Äußeres innerlich zu machen, andererseits darum Inneres zu veräußerlichen.

Wenn ich Dinge geschehen lasse, absichtslos Eindrücke in mich aufnehme, mache ich Äußeres innerlich. Die Herbstlandschaft oder der am Strand gefundene Möwenschädel sind nicht als ästhetisch schön für mich interessant und berührend, sondern weil sie als Bilder auf eine Erfahrung treffen, die mich beschäftigt und wichtig für mich ist. Handwerkliche Schritte sind ein wichtiges Hilfsmittel, diese Erfahrungen „ans Licht zu bringen“.